Eine kurze Vorstellung der Disziplinen
Das Deutsche Sportabzeichen ist Deine persönliche Herausforderung – und dein Beweis für echte Vielseitigkeit.
Du bekommst es für die motorischen Grundfähigkeiten Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination. Nicht nur in einer einzigen Sportart, sondern in vielen unterschiedlichen Disziplinen. Ob Laufen, Schwimmen oder Radfahren, ob Kugelstoßen, Medizinballwurf, Turnen am Barren oder Reck, vielleicht sogar Tanzen – gefragt ist dein ganzes sportliches Können.
Das Besondere: Du musst nicht alles können – aber Du zeigst, dass Du in jeder der vier motorischen Grundfähigkeiten stark bist.
Aus jeder Kategorie wählst du die Disziplin, die am besten zu dir und deinen Stärken passt. Du setzt deine Schwerpunkte - Du bestimmst Deinen persönlichen Weg zum Abzeichen. Alle Disziplinen stammen aus den Sportarten Leichtathletik, Turnen, Schwimmen und Radfahren. Aus jeder der vier Gruppen erfüllst du eine Leistung gemäß dem offiziellen Leistungskatalog.
Wenn du dabei in den Bereichen Ausdauer oder Schnelligkeit eine Schwimmdisziplin wählst, gilt gleichzeitig deine Schwimmfertigkeit als nachgewiesen. Andernfalls musst du diese separat belegen – bei Erwachsenen ist dieser Nachweis für das laufende Jahr und vier weitere Jahre gültig, bei Kindern und Jugendlichen reicht ein einmaliger Nachweis.
Und noch besser: Du trainierst nicht allein. Das Sportabzeichen verbindet – im Verein, in der Schule, im Freundeskreis oder in der Familie. Gemeinsam Ziele setzen, gemeinsam trainieren, gemeinsam Erfolge feiern.
Auch Spitzen- und Fachverbände können Teil des Systems sein: Über eigene sportartspezifische Leistungsabzeichen besteht die Möglichkeit, eine Disziplingruppe zu ersetzen. Diese Leistungen werden auf Gold-Niveau anerkannt – gültig für das Kalenderjahr, in dem das Verbandsabzeichen erworben wurde.
Im Folgenden stellen wir Dir die Disziplingruppen mit den wesentlichen Änderungen kurz vor.
Nachweis der allgemeinen Schwimmfertigkeit
Die „alte“ Gruppe 1 (Nachweis der Schwimmfertigkeit) wurde aus dem Leistungskatalog ausgegliedert.
Für den Nachweis der Schwimmfertigkeit gibt es künftig 4 Varianten:
1. Ablegen einer Schwimmdisziplin aus einer der vier Gruppen im Zuge der DSA-Prüfung.
2. 15 min Dauerschwimmen (Prüfung auch in offenen Gewässern möglich).
3. < 12 Jahre: 50 m Schwimmen ohne Zeitlimit ab 12 Jahre: 200 m Schwimmen in maximal 11 min
4. Nachweis über das „Deutsche (Jugend-)Schwimmabzeichen“ in Bronze.
Die Dauer der Gültigkeit des Nachweises ist im Erwachsenenalter auf fünf Jahre begrenzt. Im Kinder- und Jugendbereich genügt ein einmaliger Nachweis.
Die Disziplingruppe "Ausdauer"
Ausdauer ist die Fähigkeit, lange einer Belastung zu widerstehen, die letztendlich zu einer unüberwindbaren Ermüdung führt, und trotz Ermüdung die Belastung fortzusetzen.
In dieser Disziplingruppe wird die allgemeine dynamische aerobe Grundlagenausdauer abgeprüft. Dabei handelt es sich um eine zyklische Bewegung, die überwiegend im Rahmen der aeroben Energiebereitstellung erfolgt und einen Großteil der gesamten Skelettmuskulatur beansprucht.
Das fordert einiges an Durchhaltevermögen, denn Ihre persönliche Ausdauer wird getestet. Wenn Sie nicht schon regelmäßig laufen oder walken, sollten Sie für diese Gruppe viel Vorbereitungszeit investieren. Denn: Ausdauer hat aus sportmedizinischer Sicht einen äußerst positiven Einfluss auf Ihre Gesundheit, da das Herz-Kreislauf-System gestärkt wird.
Angeboten werden z.B. 3.000m Lauf, 10 km Lauf, 7,5 km Walking, 20 km Radfahren Im Jugendbereich wurde neu der Dauer- und Geländelauf und im Erwachsenenbereich Walking/Nordic-Walking aufgenommen.
Die Disziplingruppe "Kraft"
Beim Deutschen Sportabzeichen wird in dieser Disziplingruppe besonders die Schnellkraft geprüft. Die Definition besagt, dass die Schnellkraft die Fähigkeit des Nerv-Muskelsystems ist, den Körper, Teile des Körpers oder Gegenstände mit maximaler Geschwindigkeit zu bewegen. Im Gegensatz zur Gruppe "Schnelligkeit" steht hierbei die Überwindung des Widerstandes im Vordergrund und nicht die Bewegungsgeschwindigkeit.
Angeboten werden z.B. Medizinballwurf, Kugelstoßen, Steinstoßen, Standweitsprung, Gerätturnen
Die Disziplingruppe "Schnelligkeit"
Schnelligkeit im Sport ist die Fähigkeit, aufgrund kognitiver Prozesse maximaler Willenskraft und der Funktionalität des Nerv-Muskel-Systems höchstmögliche Reaktions- und Bewegungsgeschwindigkeiten unter bestimmten gegebenen Bedingungen zu erzielen.
In dieser Disziplingruppe wird die Frequenzschnelligkeit bei zyklischen Bewegungen abgeprüft. Dabei handelt es sich um wiederholende, gleiche Bewegungen mit höchster Geschwindigkeit gegen geringe Widerstände bei kurzen Belastungszeiten.
Angeboten werden z.B. 50m- und 100m-Lauf, 25 m Schwimmen, 200 m Radfahren, Gerätturnen In dieser Kategorie wurden 25m Schwimmen, 200m Radfahren und in einzelnen Altersklassen der 30m-Sprint aufgenommen, da diese aus sportwissenschaftlicher Sicht bestmöglich die Schnelligkeit überprüfen.
Die Disziplingruppe "Koordination"
Die koordinativen Fähigkeiten sind Fähigkeiten, die primär koordinativ, d.h. durch die Prozesse der Bewegungssteuerung und -regelung bestimmt werden. Sie befähigen den Sportler, motorische Aktionen in vorhersehbaren Situationen sicher und ökonomisch zu beherrschen.
Im Vordergrund stehen also primär die Bewegungstechnik und die Qualität der Bewegungsausführung, während die energetischen Prozesse der Muskelbewegung eine sekundäre Rolle spielen.
Angeboten werden z.B. Hochsprung, Weitsprung, Zonenweitsprung, Schleuderball, Seilspringen, Gerätturnen
Dabei sind der Zonenweitsprung im Kinder- und Jugendbereich bzw. in der Altersklasse ab 55 Jahre, Seilspringen sowie der Zielwurf im Kinder- und Jugendbereich neu aufgenommen worden.
